Dabei hat diese zweite Verabredung so gut begonnen, ein Spaziergang außerhalb der Stadt, in einem netten kleinen Wäldchen. Zugegeben, sie hätte vielleicht besser auf das komische Glitzern in seinen Augen aufpassen müssen, aber er hat ihr so nette Komplimente gemacht. In einer kurzen Pause, in der sie sich auf einem Baumstupf ausruhen wollte, steht er plötzlich bei ihr, mit einem Stein in der Faust und murmelt irgendetwas. Auf jeden Fall wird für Alissa alles schwarz, sobald sie am Kopf getroffen wird. Dumm gelaufen oder? Es kommt noch besser! Sie ist tot. Und wie.
Nach einigen Stunden kommt sie aber wieder zu sich und findet sich in einem Tümpel voller Schilf und Fröschen wieder. Einen schrillen Aufschrei (wegen der Amphibie, die auf ihrer Brust sitzt) und hastigem wegrobben später bemerkt sie, dass sie anscheinend eine rote Wildrose im Mund gehabt hatte (diese schwimmt nun friedlich im Wasser) und sie nicht einmal mehr ihr eigenes Kleid trägt. Sondern ein nettes goldgelbes Nachthemd. Es würde auch sehr hübsch zu ihren kupferroten Haaren und eisblauen Augen passen, wenn sie nur ein klein wenig dünner wäre. Was sie nicht ist. Ihre äußerliche Erscheinung kann man getrost als pummelig beschreiben, aber dafür hat sie (wie so viele andere Frauen ihres Körperbaus) wunderschöne Haare und einen guten Charakter… mehr oder weniger. Oh! Und eine Platzwunde an der rechten Schläfe, welche in den verschiedensten Blau-, Grün-, Gelb- und Rottönen leuchtet und fast bis zu ihrem Auge reicht.
Anmerkung: Alissa ist keine Figur aus dem Buch, sondern von mir selbst ausgedacht.
